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Romantik-Höhepunkt: Liebesgedichte und Liebesbriefe

10 Jan

„Wie soll ich meine Seele halten, daß sie nicht an deine rührt?“

So beginnt eines der berühmtesten Liebesgedichte der deutschen literarischen Moderne: Rainer Maria Rilkes „Liebeslied“. Die Liebesgedichte erschienen Anfang des 19. Jahrhunderts, genauer 1907 in dem Band „Neue Gedichte“. Der zarte Rilke war einer der wichtigsten Lyriker der Jahrhundertwende. Noch heute zählen seine Liebesgedichte zu den schönsten Gedichten der deutschen Sprache. Erst im Dezember 2011 wurde Rainer Maria Rilke auch in seiner Heimatstadt Prag gewürdigt – unter dem kommunistischen Regime wollte man vom deutschen Kulturerbe nichts wissen, Rilke wurde in der Prager Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Erst in den letzten Jahren wurde er auch in Tschechien verstärkt rezipiert, während er in Deutschland schon lange einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist und zum Literaturkanon gehört.

Wer sich also in dem Stadium akuter Verliebtheit befindet, dem seien Rilkes Gedichte ans Herz gelegt. Die sinnesverwirrende Liebe bringt alles in Aufruhr, doch wer kein Dichter oder Poet ist, tut sich oft schwer, das Wirrwarr an starken Gefühlen zu ordnen und in Sprache auszudrücken. Dabei können Liebessprüche von großen Dichtern helfen. Wem die passenden Worte fehlen, der kann sich ganz einfach die schönsten deutschen Liebesgedichte besorgen und sie in aller Ruhe durchlesen. Bestimmt findet dabei jeder einen der schönen Liebessprüche, der die eigenen Gefühle am besten ausdrückt. Bevor man also stammelnd vor der oder dem Liebsten steht, kann man einfach einen der Liebessprüche in einen schönen Brief verpacken. In einer von elektronischer Kommunikation beherrschten Welt sind Liebesbriefe die romantischen Überbleibsel aus versunkenen Zeiten.

Der Brief sollte natürlich handgeschrieben sein, am besten mit einer Füllfeder. Einen gedruckten Liebesbrief umgibt bei Weitem nicht so viel Charme wie ein handgeschriebener. Es darf auch eine kleine Erklärung beigefügt werden, dass das Gedicht nicht vom Briefabsender selbst, sondern von dem einen bestimmten Dichter stammt. Etwa so: „Rilke spricht mir aus dem Herzen, wenn er schreibt: „…“. Nicht, dass der/die Liebste noch meint, man schmücke sich mit fremden Federn. Natürlich kann man sich auch einfach nur von den Gedichten inspirieren lassen und versuchen selbst seine Gefühle auszudrücken. Ein guter Rat dabei ist, authentisch zu bleiben. Es muss nicht die große, allesverschlingende Liebe geschildert werden. Oft ergeben die kleinen Dinge des Alltags die schönste Liebespoesie. Wer morgens die Nase in den Kissenbezug drückt, um den Parfumhauch der Liebsten einzusaugen, der noch von vergangener Nacht übrig ist, der kann dies in Worte fassen. Denn nichts bezaubert so sehr, wie kleine Liebesalltagsteilchen, die sich durch ihre Wahrhaftigkeit auszeichnen.

 

Kategorie: Literatur